MESSAGES
Video/Foto
2018/2019
Teheran/Linz

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Während ihrer einmonatigen Residency in Teheran im Jahr 2018 hat Elisa Andessner an die dreißig Frauen die Frage gestellt: „Was ist deine Botschaft? Was hast du zu sagen?“.
Zum einen entstand eine Sammlung verschiedener Statements und Wünsche, wie „Ich möchte Motorrad fahren“, „Frauen sind Menschen wie Männer“, „Ich möchte reisen wohin ich will“....
Zum anderen löste die Frage bei jeder Begegnung bewegte Gespräche und gemeinsames Nachdenken über Politik, Menschenrechte und Frauenrechte aus. Zukunftsvisionen wurden genauso geschildert wie alltägliche Begebenheiten. In ausführlichen Gesprächen gaben die befragten Frauen sehr offen Einblick in ihre Lebensrealitäten. Zunächst sehr betroffen davon, fing Elisa Andessner an, Vergleiche zum aktuellen Zustand und zur Geschichte von Frauenrechten in Österreich und Europa zu ziehen.
Zurück in Österreich setzte sie ihre Gespräche fort, fragte in Österreich lebende Frauen verschiedener Altersgruppen nach ihren Erfahrungen und persönlichen Erlebnissen in Hinblick auf Frauenrechte. Noch viel betroffener stellte sie fest, wie sehr Frauenrechte permanent verteidigt werden müssen. Wie vieles auch in Europa erst seit kurzem gesetzlich verankert ist und dass es darüber hinaus im Moment gefährliche Rückschritte gibt. In Österreich lebende iranische Frauen erzählten wiederum, welchen subtilen partriachalen Strukturen sie in Österreich begegnen.
All diese Gespräche wurde in Form von Fotografie und Video verarbeitet. Die Botschaften der Teheraner Frauen, welche den Ausgangspunkt des Projekts bilden, ließ sich Andessner in farsi aufschreiben. In Anlehnung an die aus dem Iran stammende Künstlerin Shirin Neshat schrieb sich Andessner diese Botschaften in einem performativen Akt selbst in ihr Gesicht. Als Europäerin war dies freilich ein langwieriger Prozess, der sich über mehrere Stunden zog. Das buchstäbliche Sich-Einverleiben der persischen Sprache und Kultur, in der Schrift eine traditionelle Kunstform darstellt, war hierbei Andessners Impuls. Ebenso wie die Haut als Medium zum Transport von Botschaften zu verwenden. Nackte, weibliche Haut – ein historisch und weltweit stark diskutiertes und oftmals tabuisiertes Thema.
Die entstandene Videoarbeit zeigt den Prozess des Schreibens von persischer Schrift, welcher begleitet wird von der Erzählung gesammelter Geschichten über Frauenrechte im Iran, in Österreich und in Europa.
Parallel dazu werden Fotoarbeiten gezeigt, die historische und zeitgenössische Feministinnen in Europa und im Iran thematisieren.

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